„Alles muss klein beginnen…“ – Warum Wachstum für die berufliche Zukunft so wichtig ist

ASSY / pixabay.com
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Na, heute schon das Türchen am Adventskalender geöffnet? Steigt bei Ihnen auch jeden Tag schon die Ungeduld aufs Weihnachtsfest? Oder können Sie die Spannung gut aushalten?

 

 

Als Kind habe ich einmal bereits Ende November alle 24 Türchen des Adventskalenders geöffnet, weil ich die Spannung nicht mehr ausgehalten habe. Ich weiß noch heute, wie traurig und enttäuscht ich dann in der Vorweihnachtszeit jeden Morgen auf den Adventskalender geschaut habe. Ich hätte mir auf jeden Fall die Zeit lassen sollen, jeden Tag nur dieses eine Türchen zu öffnen, um die Weihnachtsfreude in mir wachsen zu lassen! Stattdessen wollte ich alles schnell und sofort und hatte dann am Ende doch nichts…

 

annca / pixabay.com
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Wir sind es schlichtweg nicht mehr gewohnt, Dingen ihre Zeit zu geben. Wir wollen alles – und zwar sofort! Und damit meine ich nicht nur die Online-Kreditzusage nach 10 Minuten, den OvernightExpress-Versand des Smartphones oder das Wunschauto. Auch im privaten Bereich nimmt diese Haltung zu. Um den richtigen Partner zu finden wird getindert und gelovescoutet mit acht Profilen gleichzeitig – schließlich tickt ja die biologische Uhr. Wie haben unsere Vorfahren das nur ohne Internet geschafft?

 

Auch im Beruflichen scheint zu gelten: „Her mit dem Erfolg, zack, zack!“ Alles soll optimiert sein und nicht wenige Artikel in Job-Blogs versprechen „Mit diesen 5 Job-Hacks haben Sie garantierten Erfolg“ oder „In 100 Tagen zur Führungskraft mit diesen einfachen Tipps“. Lina Maly singt in ihrem Song „Wachsen“:

 

 

Alle fragen, was will ich werden?
Niemand fragt mich, wer ich bin
Alle haben ihr Ziel vor Augen
Vielleicht bleib' ich dafür blind
Alle stricken ihre Pläne
Und hoffen, dass nichts zerreißt
Ich verlier' den roten Faden
Such' nach einem grünen Zweig

 

 

Alle wachsen
Über sich hinaus
Alle wachsen, wachsen, doch wer davon blüht auf?
Ich verlier' den roten Faden
Such' nach einem grünen Zweig
Alle wachsen, wachsen
Doch wer davon gedeiht?

 

Wie Oma so schön sagte: „Gut Ding will Weile haben…“ Ich habe den Eindruck – und da nehme ich mich selbst nicht von aus – wir haben verlernt, dass diese Weile auch einmal eine lange Weile sein kann und es zu Lange-Weile führt. Das afrikanische Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ macht deutlich, dass es Prozesse gibt, die wir manchmal nicht beeinflussen, geschweige denn überspringen können. Und das gilt auch für den beruflichen Erfolg.

 

 

Ich erlebe es als Coach immer wieder, dass Bewerber von der ersten Minute an Bewerbungen verschicken wollen. „Hauptsache Arbeit“ ist das Credo, und die Bewerbungen sollen bunt gestreut werden. Mir ist ein ganz besonderer Bewerber in Erinnerung, der sich trotz fehlender Qualifikation als Maurer, Arbeitsvermittler, Chauffeur und Qualitätsprüfer bewerben wollte – gleichzeitig!

 

QuinceMedia / pixabay.com
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Wie Oma so schön sagte: „Gut Ding will Weile haben…“ Ich habe den Eindruck – und da nehme ich mich selbst nicht von aus – wir haben verlernt, dass diese Weile auch einmal eine lange Weile sein kann und es zu Lange-Weile führt. Das afrikanische Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“ macht deutlich, dass es Prozesse gibt, die wir manchmal nicht beeinflussen, geschweige denn überspringen können. Und das gilt auch für den beruflichen Erfolg.

 

 

Ich erlebe es als Coach immer wieder, dass Bewerber von der ersten Minute an Bewerbungen verschicken wollen. „Hauptsache Arbeit“ ist das Credo, und die Bewerbungen sollen bunt gestreut werden. Mir ist ein ganz besonderer Bewerber in Erinnerung, der sich trotz fehlender Qualifikation als Maurer, Arbeitsvermittler, Chauffeur und Qualitätsprüfer bewerben wollte – gleichzeitig!

 

Zu den ersten Punkten im Bewerbungscoaching gehört für mich immer, die Bewerber zu fragen: „Warum sind Sie hier und wo wollen Sie hin?“ Und ich gebe mich nicht eher zufrieden, bis der Bewerber für sich ein klares SMARTes Ziel formuliert hat. Dieser Prozess, das geben die meisten Bewerber gerne zu, ist sehr anstrengend. Denn es zwingt dazu, konkret zu werden, sich für etwas Bestimmtes und damit auch gegen mögliche Alternativen zu entscheiden. Manche sind nach diesem Prozess auch etwas enttäuscht. „Es ist ein ganzer Tag vergangen und das einzige, was wir heute geschafft haben, ist, dass ich ein Ziel formuliert habe???“

 

Alles muss klein beginnen,
lass etwas Zeit verrinnen.
Es muss nur Kraft gewinnen,
und endlich ist es groß.

 

Gerhard Schönes Kinderlied gilt hier auch für Jobsucher. Zugegeben, ein einzelner Satz wirkt am Anfang nicht besonders bedeutend. Aber aus diesen wenigen Worten, was genau ich bis wann wie machen will, erwächst etwas Großes. Aber das braucht Zeit!

 

 

Vielleicht sind die kommenden Festtage genau die richtige Zeit dafür, sich in Ruhe zu fragen:

  • Bin ich beruflich zufrieden? Warum (nicht)?
  • Möchte ich (k)eine Veränderung? Warum?
  • Was ist meine innere Triebfeder? Was motiviert mich?
  • Welche Ziele habe ich für mich, beruflich und privat?
  • Lasse ich mir die Zeit, beruflich und privat zu reifen?

 

 

 

Ich wünsche Ihnen besinnliche Festtage, in denen Sie zur Ruhe kommen und sich die Zeit für diese und ähnliche Fragen nehmen. Und dass sie sich die Zeit gönnen, die sie für Ihr persönliches und berufliches Wachstum brauchen. Lassen Sie sich nicht von außen stressen oder hetzen, denn „alles muss klein beginnen…“

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mario Falk (Montag, 18 Dezember 2017 15:36)

    Hi Gerriet,

    toller Beitrag! Und...DU hast Recht...ich fühlte mich soeben in Deinem Text wiedergefunden...schnell, schnell....ja, wenn Zeit nicht gleich Geld wäre...im Beruflichen natürlich :)
    Gerne lese ich weiter solcher Blogs ..Daumen hoch!

    P.S. Der Text ist zweimal auf der Seite kopiert...zweimal besser als keinmal ;)